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Neues im Internet

Neu im Netz seit 2015: http://seumeverein-arethusa.de/ - die Adresse des alten Johann-Gottfried-Seume Vereins „Arthusa“ e.V. Er ist zuhause im Göschen-Museum zu Grimma, im Ortsteil Hohnstädt, das sich zeitgleich einen neuen Auftritt unter der bekannten Adresse http://www.goeschenhaus.de/ gegönnt hat. Ein prall gefüllter Veranstaltungskalender steht im Mittelpunkt dieser Plattform, während die Vereinsseite sich vor allem dem „Seume-Literaturpreis“ widmet.

Das Museum ist dem Andenken des Verlegers Georg Joachim Göschen (1752 – 1828) gewidmet. Es war sein Landsitz. Ein „Seume-Zimmer“ erinnert an die Jahre, in denen sein Freund und Korrektor J. G. Seume hier wohnte. Dessen Arbeitsplatz war die verlagseigene Druckerei am Marktplatz von Grimma, da heutige „Seume-Haus“ .

Verwaltet und genutzt werden beide Häuser (in Hohnstädt ist ein Garten dabei) und die Stadtbibliothek vom stadteigenen „Kulturbetrieb Grimma“. Den leitet Annett Höhne, der Vorsitzenden das Vereins „Arethusa“ seit dessen Gründung 1998 – als dessen Mitgliedern sich im Netz der Wander- und Radwegen zwischen Dresden und Leipzig .zumeist besser auskannten, als im World-Wide-Web.

Ein Jahr später gründete eine Gruppe um den Literaturwissenschaftler Prof. Jörg Drews die „Johann-Gottfried-Seume Gesellschaft zu Leipzig.“ Ihre Hompage,  http://www.seume-gesellschaft.de/, ist freilich jünger und verweist auf Tagungen, die diese Gesellschaft organisiert, auf Veröffentlichungen ihrer Mitglieder und auf die „Obolen“, ihr internes Mitteilungsblatt.

Anlass der Gründungen war das Nahen eines Jubiläums. J. G. Seumes „Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802“ sollte denn auch, zweihundert Jahre nach dem unvergessenen Ereignis, aufwendig gewürdigtt werden. Mit Reisen, Wanderungen, Kongressen und Veröffentlichungen. Zur Koordination der Aktivitäten und der Information der weltweit verstreuten Seume-Freundinnen und –Freunde habe ich (K. W. Biehusen) 1999 das Internetportal http://www.seume.de/ eingerichtet.

Damals waren wir, Seume und ich, ziemlich alleine im Netz. Google“ gab es im Vorfeld des Spaziergang-Jubiläums noch nicht. Auch kein „Wikipedia“. Die einzige Seume-Seite, die ich anfangs im Internet fand, gehörte dem Seume-Verein in Weißenfels. Den Namen fand seine Gründerin Ilonka Struve zu Recht  passend für einen Verein, der sich der Sozialarbeit für Jugendliche widmete. Hatte der Bauernsohn aus dem nahen Poserna nicht auch als Lehrer junge Menschen gefördert?

Inzwischen wimmelt das Netz von Auftritten, die sich direkt oder indirekt, ausdrücklich oder versteckt mit Seume beschäftigen. Schon das zweite 200-Jahre-Jubiläum (es galt Seumes Nordlandreise und dem Reisebericht „Mein Sommer 1805“) schlug sich in etlichen Hompages nieder –nicht nur in Deutschland. Seither spüren Reiseveranstalter, Wandervereine, Bildungseinrichtungen, Radfahrer und Einzelgänger dem Fußgänger und Schriftsteller nach. Viele zieht es nach Italien, wo man sich mit Seume auch intellektuell ertüchtigen kann.

Nicht wenige Spurensucher lassen die Internet-Öffentlichkeit an ihren Erlebnissen und Erkenntnissen teilhaben. Stichworte wie Spaziergang, Spazieren, Wandern, Wanderreisen und Syrakus führen zu den Ergebnissen. In etlichen Seiten bildet der Spaziergang  nach Syrakus eine Hauptrolle. Mit nicht selten  aufwendig gestaltete Anleitungen für Rad- und Fußwanderer: nicht nur nett, sondern auch nützlich.

Zur Lektüre von Seumes gedruckter Hinterlassenschaft führen fast noch mehr Links. Etwa zum Projekt Gutenberg, das von Spiegel-Online betreut wird. Dort wartet sogar das rätselhafte „Kurze(s) Pflichten- und Sittenbuch für Landleute“ auf Neugierige Bildschirm-Leser. Die „Apokryphen“ fehlen noch im Sortiment. Sie finden sich verstreut im Netz: die Auftritte erstaunlich vieler Zitatensammler, beweisen dass uns Johann Gottfried Seume mit seinem Werk eine kräftig sprudelnde Quelle noch immer aktueller Wahr- und Weisheiten hinterlassen hat.

K. W. Biehusen 19.02.2015

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