Zurück

Seumiger Sammelband:
"Hier sitze ich in meiner Klause"

vorgestellt von K. W. Biehusen

„In den letzten 20 Jahren kristallisierte sich in der Forschung mehr und mehr heraus, daß Seume in Zeugnissen und Selbstzeugnissen ein literarischer Autor gewesen ist, den man auch als solchen lesen muß.“ Diese Aussage steht im Vorwort einer Neuerscheinung zum Seume-Jahr 2013:

Gabi Pahnke (Hg.): „Hier sitze ich wieder in meiner Klause.“ Der Sachse Seume und seine (Wahl-) Heimat Leipzig. Erschienen beim Aisthesis Verlag, Bielefeld 2013. Kartoniert, 358 Seiten, 34,80 € ISBN 978-3-89528-960-6.

Dieser Sammelband enthält Vorträge, die im Verlaufe zweier Colloquien der „Johann Gottfried-Seume-Gesellschaft zu Leipzig e.V.“ im Jahr 2010 gehalten wurden. Nicht zuletzt diese literarische Gesellschaft war es, die für die Entmystifizierung des Autoren Seume gesorgt hat. So dürften denn auch deren Mitglieder nicht sonderlich geschockt sein, wenn es im oben zitierten Vorwort der Herausgeberin Pahnke weiter heißt: „Seume schrieb weder rein dokumentarisch noch bloß historisch-kritisch, auch nicht immer ganz freimütig und parteilos, sondern fiktional, stilisiert, mitunter suggestiv und nicht zuletzt politisch.“

Als wenn ein Vorhang gefallen wäre: Mit der neuen Sicht auf Seume hat die Wissenschaft einen neuen Impuls bekommen:„...die Grunddaten seines Lebens derer wir uns so lange zu sicher waren, zu prüfen und die Verhältnisse zu erforschen, in denen er sozialisiert wurde.“(ebenda).

Jetzt zeigt sich beispielsweise deutlicher, welche Rolle Leipzig in Seumes Leben spielte, als Lebensmittelpunkt in einer politisch spannenden Zeit, als literarisches Zentrum und als Universitätsstadt. Wir erfahren Neuigkeiten aus Seumes Kindheit und über seine Ansätze, Prediger zu werden. Und warum er Novalis nicht schätzte. Jetzt wird klar, was Georg Anton Benders Oper „Ariadne auf Naxos“ für Seume bedeutete – und um was für ein Blatt es sich bei der „Zeitung für die elegante Welt“ handelte, für die Seume schrieb.

 

Zurück