| Die Wanderung nach Syrakus
"Meine meisten Schicksale lagen in den Verhältnissen meines Lebens; und der letzte Gang nach Sizilien war vielleicht der erste ganz freie Entschluß von einiger Bedeutung.
Am 6. Dezember 1801 ist Johann Gottfried Seume in Grimma bei Leipzig zu seiner legendären Wanderung nach Syrakus aufgebrochen.
Am 1. April 1802 hatte er sein Ziel erreicht, im August 1802 war er wieder zu Hause.
"Übrigens bin ich nicht nach Italien gegangen, um vorzüglich Kabinette und Galerien zu sehen, auch "nicht absichtlich, um das Unwesen der Regierung und der Möncherei zu sehen, sondern um "den Theokrit dort studieren sei er nach Syrakus aufgebrochen, schreibt Seume.
Die tatsächlichen Anlässe, Gründe und Hintergründe seiner Reise beschäftigen "Seumologen bis heute. Flucht in die Unabhängigkeit? Liebeskummer? Suche nach dem Sinn des Lebens? Selbstbestätigung durch eine Extremleistung?
Sicher ist: Was als Bildungsreise in der Tradition der "Grand Tour begann, wurde zum Vorbild für Generationen kritischer Touristen. Der Erlebnisbericht "Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802 beschreibt ein bis dahin unbekanntes Reiseerlebnis: subjektiv, eigenwillig, politisch, kritisch, alltagsnah. Ein Vorbild für Heinrich Heine, ein Langweiler für Goethe. Wo der Dichterfürst Hof hielt, suchte der Wanderer eine billige Unterkunft.
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