„In Weimar freute ich mich einige Männer wieder zu sehen, die das ganze Vaterland ehrt. Der Patriarch Wieland und der wirklich wackere Böttiger empfingen mich mit freundschaftlicher Wärme zurück“: Auf der Rückkehr von seinem „Spaziergang“ nach Syrakus im Jahre 1802 hat J. G. Seume bei seinem väterlichen Freund Christoph Martin Wieland (1733 – 1813) vorbei geschaut (siehe S. 539, Seume Werke, Band I, Frankfurt am Main 1993).
Der Schriftsteller und vormalige Prinzenerzieher lebte damals freilich nicht in Weimar, sondern in dem etwa zehn Kilometer entfernten Oßmannstedt. Dort hatte er 1797 ein Gut gekauft, das er bis 1803 bewirtschaftete.
Dieses „Wielandgut“ gehört heute der Stiftung Weimarer Klassik, die dort eine Bildungsstätte und ein Museum unterhält. Auch Seumes wird dort gedacht. Zwar konnte sich Wieland nicht recht mit der radikalen Art seines jungen Kollegen anfreunden, aber er hat ihn geschätzt: „Leben Sie wohl, lieber theurer Einziger! Mir ist leid um die Menschheit, und um unser Vaterland, daß Sie einzig sind.“ (Brief Wieland an Seume vom 10.04.1809, zitiert nach S. 585, Seume Briefe, Frankfurt am Main 2002).
Informationen zum Museum, zur Bildungsstätte und der Geschichte des samt seines Parks erst kürzlich aufwändig wieder hergestellten Wielandguts liegen einen Mausklick entfernt:
www.wielandgut.de