Mitglieder des Internationalen Johann-Gottfried-Seume-Vereins „Arethusa“ e.V. planen, 2005 auf Seumes Spuren nach Estland zu radeln. Eine Radtour führt ab 13. April von Leipzig über Görlitz und Warschau möglichst nahe entlang der authentischen Seume-Route von 1805 (allerdings ohne den Abstecher nach Weißrußland) und mit dem Zwischenziel in Lettlands Hauptstadt Riga (wo vom 5. bis 8. Mai eine Konferenz der Johann-Gottfried-Seume-Gesellschaft zu Leipzig stattfindet). Von dort geht es nach Estland, in die Universitätsstadt Tartu (Seumes „Dorpat“). Dort ist die Teilnahme an den Jubiläums-Veranstaltungen vom 11. bis 13. Mai vorgesehen, die „Arethusa“ geplant.
Und dann geht es für die sportlichsten Rdlerinnen und Radler weiter: über Tallinn nach St. Petersburg, mit dem Zug nach Moskau und zurück nach St. Petersburg, über Wiborg nach Turku, mit der Fähre nach Schweden, über Uppsala und Stockholm nach Helsingborg, per Fähre nach Hersingborg, über Helsingör nach Kopenhagen und vondort per Fähre nach Kopenhagen. Aktualisierungen vom Seume-Verein Arethusa: "unser Radlerduo Adler/Fuchs kann aus persönlichen Gründen nicht an den Baltikumsaktivitäten teilnehmen.
Deshalb folgende Änderungen:
1.Die Tour startet am 13.04.2005 in Grimma am Seume-Haus
2.Die Finissage unserer Ausstellung findet kurz und bündig 10.00 Uhr statt, danach starten die Radler
3.Wolfgang Schütze bietet für den Abend der 1. Etappe Übernachtungsmöglichkeiten in Dresden Gohlis an /bei Bedarf bitte an Schlafsäcke usw. denken
4.Für organisatorische Probleme stellt Herr Coblenz seine Handynummer zur Verfügung: 0179/1303716
5.Bei Funkloch-Problemen o.ä. gibt es auch die Möglichkeit der Verbindungsaufnahme über 036424/82898
6.Ansonsten bleiben alle Eckdaten wie besprochen, Informationen zum Stand der Tour auch immer hier im Göschenhaus und im Seumehaus"
Der ursprüngliche TextOrganisatorin den ersten Teil der Reise (bis Tartu) ist
Ina Adler, Am Anger 2 a, 04828 Altenbach; Tel. 03425 81 12 85, Mail:
fuchsadler@t-online.de .
Organisator des zweiten Teils (von Tartu bis Kopenhagen) ist
Wolfgang Schütze (Dorfstrasse 22, D-04162 Gohlis, Tel.: +49(0)351-450616.
Ina Adler weist „darauf hin, dass die Jubiläumstour 2005 wieder (wie beim Spaziergang 2002) eine individuelle Reise sein wird, d.h. es gibt keine 'Reiseleitung' im klassischen Sinne und auch keinen festen Reisepreis. Anknüpfend an die Erfahrungen der Radreise nach Syrakus halten wir uns wieder an das Folgende“:
Allgemeine Hinweise· Jeder Teilnehmer nimmt auf eigene Verantwortung an der Tour teil; der Arethusa e.V. übernimmt für mögliche materielle, immaterielle und körperliche Schäden, die den Teilnehmern entstehen, keine Haftung.
· Für die Beschaffung, Pflege, Instandsetzung und Reparatur der Fahrradausrüstung ist jeder Teilnehmer selbst verantwortlich; der Verein bemüht sich derzeit um Sponsoring.
· Unterkunft und Verpflegung während der Tour organisieren und finanzieren die Teilnehmer in eigner Regie; angestrebt werden Übernachtungen in Wirtshäusern und Pensionen entsprechend Seumes Vorbild. Wahlweise können die Teilnehmer auch nach eigenem Ermessen Zelt und –ausrüstung als Alternative nutzen.
Kartenmaterial/Abweichung von der Strecke
· Die Teilnehmer nutzen gemeinschaftlich das vor der Tour bzw. im Verlauf der Tour organisierte Kartenmaterial; Kosten dafür werden einvernehmlich auf die Teilnehmer aufgeteilt bzw. vom Arethusa e.V. bezuschusst.
· Der Streckenverlauf soll sich möglichst nahe am Verlauf von Seumes "Mein Sommer 2005" orientieren. Es ist aber sehr wahrscheinlich, das bestimmte Wege nicht mehr existieren oder zu stark befahrenen Fernverkehrsstraße oder gar Autobahnen ausgebaut sind. Ziel ist es, auf möglichst verkehrsberuhigten Straßen bzw. Wegen zu radeln.
· Bei extremen Witterungsbedingungen, unvorhergesehenen Ereignissen oder plangefährdendem Zeitverzug wird auf die Nutzung von Zügen ausgewichen. Dabei ist zu beachten, dass in einigen Ländern die Mitnahme von Rädern nur in bestimmten Zügen gestattet ist.
Kommunikationstechnik· Für Notfälle und um im Kontakt mit dem wandernden Teil des Vereins zu bleiben, wird mindestens ein Mobiltelefon (s. unten) mitgeführt.
· Der Verein stellt der Radgruppe zum Festhalten der Reiseeindrücke und -erlebnisse ein Diktiergerät zur Verfügung.
· Unsere fotografischen Eindrücke soll möglichst zeitnah für die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins genutzt werden. Wir versuchen daher, so weit wie möglich mit Digitalkameras zu fotografieren, um schon während der Tour Bilddateien per E-Mail an die Presse zu übermitteln.
Ergänzende Vorbereitungs-Info zur Seume-Radwanderung 2005- Bisher zeichnet sich ein Teilnehmerkreis von ca. einem halben Dutzend Radwanderern ab.
- Wir gehen davon aus, dass diese bereits längere Radwanderungen unternommen haben und in der Lage sind, ein Tagespensum von durchschnittlich 100 km zu bewältigen (bei gebirgigen Etappen ca. 80 km)
- Nicht ratsam ist eine Teilnahme "aus dem Stand"; wer noch nie länger als bis zum nächsten Bäcker geradelt ist, sollte sich vorsichtshalber nur 1 bis 2 leichte Etappen vornehmen
- Sprachliche Barrieren im nicht deutschsprachigen Ausland hoffen wir, mit unseren Englischkenntnissen zu nehmen (Diplom-Anglist).
Formelle Vorausetzungen- Da wir auf den Abstecher nach Weißrussland verzichten wollen und vorausichtlich nicht bis nach St. Petersburg kommen, benötigen Teilnehmer, die deutsche Staatsbürger/innen sind, für die Reise keine Visa. Für alle auf der Route liegenden Länder genügt ein gültiger Personalausweis. Teilnehmer mit anderer Staatsbürgerschaft müssen sich selbst bei bei den polnischen, estnischen, lettischen und littauischen Konsularvertretungen nach den Einreisebestimmungen erkundigen (dies sollte rechtzeitig geschehen, da Bewilligungen von Visa bis zu 6 Wochen dauern können).
Kosten- Erfahrungsgemäß muss jeder Teilnehmer pro Tag mit ca. 50 € Reisekosten rechnen, die für Unterkunft (Gasthof/Pension + Frühstück), leichte Unterwegsmahlzeiten und ein vollwertiges Abendessen benötigt werden. Jeder Teilnehmer entscheidet aber täglich selbst, was er zu sich nimmt. bzw. in welcher Herberge er/sie absteigt und damit über die Höhe dieser Ausgaben. Ganz "Tapfere" können Kosten durch Mitnahme eines Zeltes sparen.
Ausrüstung- Die Entscheidung, welches Rad am besten für die Tour geeignet ist, bleibt jedem Teilnehmer selbst überlassen. Wir tendieren in Richtung Touren/Trekking-Rad. Wichtig: Das Rad muss natürlich verkehrssicher sein, eine Gangschaltung (mind. 5-6 Gänge), einen stabilen Gepäckträger, ordentliche Beleuchtung und splitterfeste Reifen haben. Reifenflickzeug gehört trotzdem zur Grundausstattung.
- Das Gepäck befördern wir in seitlichen Packtaschen am Hinterrad; der Möglichkeiten gibt es aber auch hier viele (Vorderrad-Packtaschen etc.). Man sollte drauf achten, dass die Taschen wasserdicht und möglichst leicht abnehmbar sind.
- Damit kein Rahmenbruch droht, ist natülich Minimalismus bei der Zusammenstellung des Gepäcks gefragt. Es ist zu überlegen, ob man sich nicht leichte Bekleidung postlagernd an einen Zwischenstopp schickt und von dort dann bei Ankunft einige der dickeren Sachen nach Hause. Regenfeste und warme Kleidung sind, da wir die Tour im zeitigen April beginnen (und sogar mit Schnee rechnen müssen), auf jeden Fall erforderlich. Außerdem werden wir nicht immer bei schlechter Witterung auf öffentlich Verkehrsmittel ausweichen können (echten Radlern macht – wie echten Seume-Wanderern - ein "bisschen" Regen nichts aus!). Ansonsten verweisen wir auf die unten angeführte ADFC-Checkliste.
- Aus eigener Erfahrung führen wir für uns neben dem üblichen Erste-Hilfe-Päckchen Salben für Zerrungen und Muskelschmerz mit, dazu Kniebandagen.
Strecke- Die zu durchfahrenden Ländern sind bisher noch Radwander-"Entwicklungsländer". Das zeigt sich auch daran, dass Radwanderkarten bisher nur partiell erschienen sind; normale Autokarten müssen meist reichen. Der Verein besorgt uns eine Radtour-Planer-Software, mit der wir die erforderlichen Abschnitte ermitteln und ausdrucken können.
- Wir haben bereits beim Kartenstudium festgestellt, dass einige Streckenabschnitte von Seumes historischer Wanderung heute Autobahnen oder mehrspurige Schnellstraßen sind. Radfahren ist dort lebensgefährlich bzw. ohnehin verboten. Wir werden auf nahe gelegene Landstraßen oder Wege ausweichen; es gibt bisher noch keine ausgeschilderten Fernradwanderwege.
Literarischer Aspekt- Die Radwanderung soll sich nicht allein auf den sportlichen Aspekt des Reisens aus eigener Kraft reduzieren, sondern auch Einsichten in die Kultur und Lebensart der bereisten Länder bringen. Wir werden die sich bietenden Gelegenheiten nutzen, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen und versuchen, unsere Eindrücke während oder nach der Tour mit Bandaufzeichnung bzw. schriftlich festzuhalten. Aus unseren Reisenotizen und Fotos soll zusammen mit den Aufzeichungen der zu Fuß gewanderten Seume-Freunde in Anlehnung an Seumes "Mein Sommer 2005" ein Reisetagebuch entstehen. Es wäre schön, wenn möglichst alle dazu beitragen.
Rückreise- Die Rückreise bestimmt jeder Teilnehmer individuell. Zurück geht es dann (nicht so sehr im Seumeschen Sinne) per Flugzeug; dabei ist zu beachten, dass die einzelnen Fluggesellschaften unterschiedliche Bedingungen für die Beförderung von Fahrrädern haben. Wer also diese Art der Rückreise ins Auge fasst, sollte sich bald erkundigen. Als Alternative kommen auch die Bahn (Vorsicht: nur bestimmte Züge nehmen Räder mit!) oder (für Teilnehmer, die ganz viel Zeit haben) Schiff in Betracht.
ADFC-Checkliste für den FahrradurlaubDie Liste soll bei der Vorbereitung individueller, mehrtägiger Radtouren helfen. Sie ist nur zur Orientierung gedacht. Da jede Radtour unter anderen Rahmenbedingungen stattfindet, werden sich auch Ausstattung und Gepäck immer wieder ändern. Ein Grundprinzip ist jedoch immer gleich: Je weniger Gepäck, desto größer der Radelspaß! Daher vor dem Einpacken immer fragen, ob mir das jeweilige Teil auch ernsthaft fehlt, wenn ich es zu Hause lasse? Diese Liste richtet sich an die Radtouristen, die die vielfältigste Ausrüstung mitnehmen müssen: die Zelter! Alle anderen können und sollen streichen. Wasserdichte Packtaschen • zwei separate Packtaschen, hinten • ggf. zwei Low-Rider-Packtaschen, vorn • eine Lenkertasche mit Kartenfach • ggf. Packrolle, hinten Inhalt der Packtaschen Bekleidung: • kurze Hose • lange Hose • Radlerhose • Socken • Unterwäsche • T-Shirts • Regenhose • Pullover • Windjacke (regendicht) • Schirmmütze • Badezeug • Turn-/Fahrradschuhe • weiteres Paar Schuhe/Sandalen • Radler-Sandalen • Radler-Handschuhe • Fahrradhelm Orientierung + Papiere: • Geldgürtel • Radwander-/Radtourenkarten • Radreiseführer • ggf. Sprachführer • Personalausweis/Paß/Bahncard (ggf. Jugendherbergsausweis) • "Bett&Bike"/Dachgeber (ggf. DJH-Verzeichnis) • Geld/Schecks/ec-Karte/Kreditkarte • Kopien der Papiere • Schreibzeug • Notizbuch mit Adressen Radapotheke • Erste-Hilfe-Set • Pflaster/Stretchverband • Insektenschutzmittel • Fieberthermometer • Antidurchfallmittel • Desinfektionsmittel • Ohrstopfen Waschen + Pflegen: • Duschgel/Shampoo • Kamm/Bürste • Zahnbürste/Zahnpasta • Sonnenschutzmittel • Rasiermittel • Monatshygiene • Waschmittel/Waschpaste • Spülmittel/Küchentuch • Klopapier/Taschentücher • Schuhputzzeug/Nähzeug Fahrradausstattung: • Fahrrad-Schloß • Ersatzschlauch • Trinkflaschen • Luftpumpe und Flickzeug • Werkzeug, Lappen • Ersatzseilzüge für Bremsen und Schaltung • Kleinteile (Muttern, Schrauben, Scheiben, Bremsschuhe, Draht, 2-Komponentenkleber, etc.) Sonstiges: • AIRMAX-Luftdruckmesser • Fotoapparat und Filme • Taschenmesser • Taschenlampe • Klappschere • Kerze/Kerzenlaterne • Literatur • Rad-Brille Camping: • Schlafsack • Isomatte • Leichtgewichtzelt • Gewebeklebeband • Reisekocher • Geschirr • Salz, Zucker und Kräuter Fahrradurlaub-Inspektion Überprüfen Sie auf jeden Fall vor der Tour Ihr Fahrrad! Ist es verkehrssicher? Sind die Reifen noch in Ordnung? Sind alle Schrauben fest? Können die Bremsen auch bei erhöhtem Gewicht das beladene Rad sicher und schnell zum Stehen bringen? Wenn Sie noch weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren nächsten ADFC-Infoladen oder eine ADFC-Ortsgruppe.