Eine informative Gedenkstätte für J. G. Seume sowie seinen Freund und Verleger Georg Joachim Göschen hat der Verein „Arethusa“ am Markt (Nr. 11) in Grimma eingerichtet. Dort stand Göschens Druckerei, dort wirkte Seume als Korrektor.
Seine Porträt-Büste gibt es in 25 Exemplaren. Sie ist 27 cm hoch, kostet 75,00 Euro. Man kann sie bei "Arethus" kaufen - direkt im "Seume-Haus".
Fotos: Biehusen

2.5.2003
Seume-Gedenkstätte
Eine Etage bei Göschen


In einer neuen Begegnungs- und Gedenkstätte kann der Seume-Verein "Arethusa" (E-Mail: SeumeArethusa@web.de) die Öffentlichkeit begrüßen. Das „Seume-Haus“ steht in Grimma, am Markt Nr. 11. Mit Blick auf das Rathaus hat der Dichter hier vier Jahre lang als Korrektor gearbeitet, von 1797 bis zu seinem Aufbruch nach Syrakus im Dezember 1801. In der Druckerei seines Freundes und Verlegers Georg Joachim Göschen (1752-1828).

Durch das Wirken von Göschen und Seume sei das Haus „eine Stätte von europäischem Rang geworden“, heißt es in einem Konzept des internationalen Vereins aus Grimma zur Nutzung des Gebäudes. Um 1550 ist es erbaut worden und steht ob seines städtebaulichen und architekturgeschichtlichen Rangs unter Denkmalschutz. Lange stand es leer, fand 2002 einen Käufer – und Mieter.

Im Erdgeschoss nutzen die Seume-Freunde aus Grimma-Hohenstädt, wo sie im Göschenhaus zu Gast sind, drei Zimmer: den Vorraum, den Kaminraum und das Hinterzimmer. Die Räume eignen sich, heißt es in einem Konzept des Vereins, für kulturelle Veranstaltungen, für Ausstellungen, Vorträge, Seminare, Workshops, Lesungen, Musikdarbietungen und sonstige Kleinveranstaltungen.

Kein Museum ist hier entstanden, sondern eine „Begegnungsstätte lebendiger Tradition“, nicht zuletzt der europäischen. Johann Gottfried Seume darf getrost zu den Vorläufern der Idee vom einigen Europa gezählt werden – und das nicht nur im platten Wortsinn als Wanderer, der vor keiner Grenze zurück schreckte.

Kulturhistorisch gesehen war der Aufklärer aus Sachsen nicht einmal der bedeutendste Autor, mit denen Georg Joachim Göschen zu verbinden ist. Auch Wieland und Klopstock sowie die Klassiker Goethe und Schiller wurden von ihm betreut. Auch ihrer soll im „Seume-Haus“ gedacht werden.

Und schließlich erinnert die Druckerei an Göschens Verdienste als Förderer künstlerischer Buchgestaltung und moderner (lateinischer) Schrifttypen, als Konstrukteur von Druckmaschinen und Erfinder von Papierglättmaschinen und Maschinen zur buchbinderischen Weiterverarbeitung.

Alle diese Bezüge, meinen die Mitglieder des „Arethusa e.V.“, prädestinieren das Haus am Markt zur Gedenkstätte für Seume sowie für Persönlichkeiten aus seinem und seines Arbeitgebers Umfeld. Auch an Literaten und andere Künstler aus dem Muldenkreis bis in die Gegenwart soll hier erinnert werden.

Regionalbezug und Weltläufigkeit passten schon zu Göschens Zeit im Haus am Markt Nr. 11 zusammen. Bereits das „Grimmaische Wochenblatt für Stadt und Land“, das der gebürtige Bremer hier herausgab und druckte, brachte vorzugsweise Nachrichten aus aller Welt ins Muldetal. So steht es geschrieben in einem lesenswerten Buch von Eberhard Zänker: „Georg Joachim Göschen – Buchhändler, Drucker, Verleger, Schriftsteller“ (Sax-Verlag Beucha, 1996).
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